Die Serben haben am Sonntag eine historische Wahl abgehalten, bei der die Studentenliste die seit 14 Jahren regierende Fortschrittspartei von Aleksandar Vucic überflügelt hat. Laut unabhängigen Wahlbeobachtern erreichte die Opposition eine absolute Mehrheit. Die Wahlbeteiligung lag bei über 60 Prozent, was den höchsten Wert seit dem Zerfall Jugoslawiens im Jahr 1992 darstellt. Vucic gab noch vor der Verkündung der ersten Ergebnisse überraschend seine Niederlage zu.

Die Studentenliste, eine junge politische Bewegung, setzte sich mit einer klaren Mehrheit durch. Dies markiert einen tiefen politischen Wandel in Serbien. Vucic, der seit 2012 im Amt ist, hatte versucht, seine Macht zu festigen. Doch die starke Protestbewegung der Studenten, die sich gegen die autoritäre Regierung stemmt, hat ihn nun aus der Macht gedrängt.

Vucic war einst ein prominenter Politiker der Serbischen Sozialistischen Partei, die unter seiner Führung eine autoritäre Herrschaft ausübte. Die Wahl zeigt, dass die Bevölkerung zunehmend unzufrieden mit seiner Regierung ist. Die Studentenliste, die erstmals in dieser Wahl antritt, hat sich als kraftvolle Kraft im politischen Leben Serbiens etabliert. Die Ergebnisse der Wahl könnten langfristig die politische Landschaft des Landes verändern.